ES IST WEIT DAHIN
Essay zum Erscheinen des Albums
EMTALE vom Dezember 2004.
Es ist interessant zu beobachten, wie sich mit den vier CDs, über die letzten Jahre, ein bestimmter Arbeitsrhythmus eingependelt hat. Im Frühling beginnt die Suche nach musikalischem Neuland mit Vorstößen in unterschiedliche Richtungen. Einzige Vorgabe: anders als letztes Jahr. Die letzte CD nervt einfach. Alles, was vorbei und abgeschlossen ist, hilft mir nicht weiter. Ich muss jetzt etwas suchen, dass mich von neuem arbeiten lässt.
Dann gibt's (hoffentlich) bald das Lied, das die neue Richtung angibt. Ein Lied, das wie eine erste Siedlung auf einem neuen Kontinent noch von Dunkelheit umgeben ist. MORE war es dieses Jahr und damit zugleich das Motto. Es entstand im April und war das Jahr über Bezugspunkt für alles weitere. Nicht, weil es die absolute Perfektion bedeutet, sondern weil es musikalisch und textlich den Wunsch ausdrückt, der mich das Jahr über begleitete. Der Wunsch nach mehr, nach mehr Ausdruck, nach sich ausdrücken können, nach Intensität und Kraft. Die Arbeit an MORE war ein ständiger Kampf zwischen einem schier unerreichbaren Ziel und den tatsächlichen Möglich- und Fähigkeiten.
So, wie es für mich das Jahr eröffnet hat, eröffnet es jetzt die CD. Es spannt einen großen Bogen und wirft seine Schatten bis weit über die anderen Lieder. Mit MARIA und MOVE ON bildet es eine maßgebende Triologie auf dieser CD. Und die Geschichte jedes Liedes wird zu einem Kapitel der großen Geschichte, die einen auf dem schmalen Grat zwischen Abgründen und Hindernissen immer weiter führt. Es gibt noch mehr als man geglaubt hat, viel mehr, aber es ist weit dahin.